Elementare Bildung in Togo
Das togoische Bildungssystem orientiert sich an Frankreich. Nach sechs Grundschuljahren (école primaire), die einer Schulpflicht unterliegen, folgt das CEG (collège d'enseignement général) mit vier Schuljahren, an dessen Ende das BECP (brevet élémentaire primaire dégrée) bestanden werden muss. Nach jeder Klassenstufe wird durch eine (landesweite) Zwischenprüfung die Qualifikation für die nächste Stufe getestet. Eine Klassenwiederholung ist beliebig oft möglich. Nur wenige Jugendliche besuchen ein Gymnasium (lycée) und machen nach zwei Jahren das BAC I (eine Art Fachabitur, baccalauréat) nach einem weiteren das BAC II.
Bezeichnung der 13 Schuljahre:
Grundschule:course primaire CP 1 und 2 - course élémentaire CE 1 und 2 - course moyenne CM 1 und 2 - CEPD
CEG: sixième - cinqième - quatrième - troisième - BECP
Lycée: seconde - première - BAC I - terminale - BAC II
Seit 2009 herrscht Schulgeldfreiheit an den staatlichen Schulen. Für die Familien bleibt die Finanzierung der Schuluniform, der Bücher und Hefte sowie ggf. der Verlust an Arbeitskraft. 89% der Kinder werden eingeschult (UN 2009), die durchschnittliche Schulzeit beträgt 5,3 von den möglichen 10 Jahren. Die Nichteinhaltung der Schulpflicht wird nicht verfolgt. Von Klassenstufe zu Klassenstufe nimmt die Klassenstärke ab. Im Durchschnitt unterrichtet eine Lehrkraft 38 Schülerinnen und Schüler. Aber insbes. nach Einführung der Schulgeldfreiheit hat sich die Schülerzahl pro Klasse enorm erhöht: 2009/2010 hatte die 7. Klasse des CEG in Sodo 78 Schülerinnen und Schüler.
Die Ausstattung der Schulen, sowohl baulich, als auch mit Lehrkräften und Lehrmaterial ist sehr unterschiedlich und abhängig vom Einkommen der Elternschaft. In den dem Verein bekannten Grundschulen unterrichtet je Klassenzug eine examinierte Lehrkraft (oft die Eingangsstufe) und wird von angelernten Hilfslehrkräften unterstützt. Deren Anzahl kommt nicht immer der Zahl der Klassen gleich. In Ermangelung geeigneten Lehrmaterials werden die Lehrer zu wahren Künstlern an der Tafel.
Schulen in privater Trägerschaft nehmen weiterhin Schulgeld und können damit die Anzahl der Hilfslehrer erhöhen und Schulbücher stellen. Allerdings wird für Mädchen weniger Schulgeld als für Jungen erhoben um dem Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Noch immer geben die Familien ihren Söhnen größere Chancen bei der Teilnahme am Bildungsangebot als ihren Töchtern.
Mittags verlassen alle Schüler die Schule um zu Hause zu essen. Am Nachmittag kehren die höheren Klassen zurück. Ist der Heimweg zu lang, bieten Frauen (oder auch Schüler) allerlei Speisen zum Verkauf an.
TOGO-FREUNDE HANNOVER e.V. finanziert Schulbauten und deren Ausstattung, unterstützt Hilfslehrer, ermöglicht die Beschaffung von togoischen Schulbüchern oder sichert den Schulbesuch von Kindern aus finanzschwachen Familien durch Schulgeldfonds, die auch die Kosten für die schulische Ausstattung der Kinder sowie für den Stoff der Schuluniform übernehmen.






